Neun Frauen der "Cella St. Walburga" nahmen teil am Sommerausflug der Gebetsgemeinschaft, der am Samstag, 31. Juli 2010, nach Eichstätt führte. Neben kulturellen und kulinarischen Höhepunkten hatte dieser Tag auch geistliche Genüsse zu bieten: eine Begegnung mit den Schwestern der Abtei St. Walburga und ihrer benediktinischen Spiritualität.
Nach einem orientierenden Rundgang durch die barocke Innenstadt zeigte Gemeindereferentin Irene Keil den Frauen den Dom, der zugleich Touristenattraktion, Pfarr- und Bischofskirche, Wallfahrtskirche (mit dem Grab des Hl. Willibald) und quasi das "Herz der Diözese" ist. Ein freundlicher Dom-Aufseher ergänzte mit Fotos die Informationen zur Willibaldsfigur von Loy Hering, zum Pappenheimer Altar, zum Flügelaltar mit der "Eichstätter Heiligen Familie" (bestehend aus den Geschwistern Willibald, Wunibald und Walburga sowie ihrem Vater Richard, gruppiert um die Madonna) und zum Mortuarium mit dem Weltgerichtsfenster von Hans Holbein.
Im Diözesanmuseum verbrachten die Frauen geraume Zeit mit der Betrachtung der drei mittelalterlichen Walburga-Bildteppiche, deren ältester um 1460 in Nürnberg - wahrscheinlich im Katharinenkloster - gewirkt wurde. Höchste Bewunderung galt der Kunstfertigkeit und der Geduld der Nonnen, die mit großer Liebe zum Detail verschiedene Szenen aus dem Leben der Heiligen gestaltet hatten: angefangen von der Mimik und Gestik der dargestellten Personen, ihrer Kleidung und Ausrüstung (z.B. den Buchbeuteln der Nonnen) über die deutlich erkennbaren Blumen und Tiere bis hin zu den winzigen Noten in den abgebildeten Choralbüchern.
Nach dem ausgiebigen Mittagessen brachen die Frauen auf zur Abtei St. Walburg, die im Jahr 2010 ein dreifaches Jubiläum begeht: den Geburtstag der Hl. Walburga vor 1300 Jahren - die Stiftung der Abtei vor 975 Jahren und die Äbtissinnenweihe von Mutter Franziska Salesia Kloos OSB vor 25 Jahren. Humorvoll und kenntnisreich führte uns Frau Äbtissin höchstpersönlich durch Kirche und Gruftkapelle zusammen mit einer Gruppe von Franziskanerinnen aus Maria Medingen, die zu unserer Überraschung die Eibacher Schwestern kannten und herzlich grüßen ließen! - Am Grab der Hl. Walburga beteten wir gemeinsam eine Litanei.
Nach dem Kaffeetrinken hatten die Frauen der "Cella" Gelegenheit zum geistlichen Gespräch mit Schwester Anna Jungbauer OSB, die sich sehr interessierte für die Entstehung der Gebetsgemeinschaft. Wir wiederum hatten viele Fragen zu ihrem persönlichen Werdegang und zum Leben, Arbeiten und Beten nach der Regel des Hl. Benedikt. Wir schieden voneinander in der Freude, als Ordensfrauen wie als Laienfrauen gleichermaßen "eingewoben" zu sein in das Netz benediktinischer Spiritualität.
Mit der Kommunität beteten wir zusammen die Vesper in der Kirche. Beim Hinausgehen raunte uns Frau Äbtissin augenzwinkernd zu: "Kommt's wieder!" Das werden wir gewiss gerne tun!
"Dableiben" wird an unserer Stelle eine Bildermappe, die die Entstehung und die katechetische Arbeit mit dem Eibacher Walburgateppich schildert. Mit großem Interesse nahm Frau Äbtissin das Geheft entgegen und zeigte sich sehr erfreut, dass die Hl. Walburga den Eibachern im Jubiläumsjahr so nahe gekommen ist!




