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26. Januar 2012

Sehnsucht nach Leben

2. ökumenischer Bibel-Abend

Fotos: F.W. Hacker

Wir beginnen mit dem Lied "Nimm mein Leben, nimm es ganz …".

 

Der Blick jedes der 25 Teilnehmenden am Abend wird beim Betreten des Saales gleich von der Mitte angezogen: ein halbes Dutzend Flaschen mit unterschiedlichen Weinen, verschiedene aufgeschlagene Kochbücher mit tollen Rezepten, eine große Bildergalerie mit schwarzweißen Fotos Jugendlicher, im Zentrum eine brennende Kerze und daneben ein ca. 15 cm großes Kreuz.

 

Diakon Dinter fordert uns auf, darüber nachzudenken, wofür diese Symbole stehen.

Unsere Antworten: ein Fest feiern, mit Freunden zusammen sein, die Zukunft (Jugend), Christus (Licht), der Glaube (Kreuz).

 

Wir lesen die Psalmen 42 und 43 und erkennen deren zentrale Aussage: Sehnsucht nach Leben. 

 

Wonach sehnen WIR uns?

Wir schreiben unsere Sehnsüchte auf, erzählen sie den anderen und legen sie in die Mitte.

Hier eine Auswahl: mehr Miteinander  -  Frieden in Familie, Gemeinde und Welt   -  mehr Toleranz   -  Gerechtigkeit und Ehrlichkeit   -   gerechtere Verteilung der Güter, damit alle satt werden   -   im Alter selbstbestimmt leben können   -   innerer Frieden   -   annehmen können und angenommen sein   -   Zeit für mich und mir wichtige Menschen   -   Zeit für Spiel und Muße   -   dass Gott einen Tisch bereiten wird, an dem ich sein kann    -   Zusammensein mit anderen in Harmonie   -   mehr Verständnis für andere statt Selbstgerechtigkeit   -   eine positive Grundhaltung in Kirche und Gesellschaft   -  Farbe im Leben   

 

All diese Sehnsüchte rufen nach Gott, danach, dass er eingreifen  möge und die Situationen, die uns bedrücken, besser werden.

 

Gemeinsam singen wir "Selig seid ihr".

 

Welche Umbrüche (Stimmungsveränderungen) finden wir in den Psalmen?

In welcher Situation befindet sich der Beter?

Diesen Fragen widmen sich die Teilnehmer in verschiedenen Gruppen.

 

Die Psalmen teilen sich in Klage, Besinnung auf Gott, Hinwendung und Vertrauen auf . Sie sprechen von der Suche nach einem Weg mit Gott aus der Verzweiflung, von Zweifel überwinden und Rückbesinnung auf das, was Gott den Väter Gutes getan hat. Der Beter könnte sich in fremder Gefangenschaft oder z.B. auf einem schwierigen Weg zum Tempel nach Jerusalem befinden, in Einsamkeit, Krankheit, Bedrängnis, Furcht, bedroht  -  ein Spiegel unserer eigenen Situation   -   Wüste (Leere, Einsamkeit …) und Tsunami (das Wasser steht bis zum Hals, will uns weg tragen).

 

Wie oft rufen wir in unserem Alltag nach Gott? Wo bist du Gott?

Jesus Christus (das Licht) gibt uns durch sein Leben Kraft, den Geist Gottes, wenn wir in unseren Problemen fest stecken.

 

Ein Bild zeigt uns Anima, die Seele, wie sie traurig, sehnsüchtig in die Ferne schaut. Dabei übersieht sie das Blühende, das Schöne, das Gute, das um sie herum geschieht und da ist. Wie viel Gottesnähe könnte diese Seele finden, wenn sie bereit wäre, statt in die Ferne zu blicken, das Nahe wertzuschätzen.

 

Wir beenden den Abend mit dem Lied "Der Tag mein Gott ist nun vergangen".

 


Von: Renate Hacker