Zu Beginn des Jahres 2011 boten die evangelisch-lutherische Johanneskirche und die katholische Pfarrei St. Walburga wieder vier gemeinsame Bibelabende an.
Im Mittelpunkt standen Texte aus dem Epheserbrief, das Leitwort hieß "Himmel – Erde … und zurück": 

Ökumenischer Gottesdienst und Gemeindebegegnung
Zum Abschluss unserer ökumenischen Bibel-Reihe "Himmel – Erde – und zurück" trafen sich Gemeindemitglieder aus St. Walburga und der Johannes-Gemeinde am Samstag, 19. Februar, zum festlichen ökumenischen Gottesdienst in St. Walburga.
Zu Beginn hörten wir von vier verschiedenen Personen die Zusammenfassung der vergangenen vier Bibel-Abende - sozusagen "das Wichtigste in Kürze".
Frau Pfarrerin Bergdolt ging in ihrer Predigt darauf ein, was wir mit unserer Freiheit im Vergleich zu früher heute alles anfangen können. Sie erläuterte, zu welchen schlimmen Dingen uns der falsche Gebrauch der Freiheit verführen kann und welche Chancen sich dem Einzelnen, einer Gruppe, einer Gemeinde oder einem Land durch den rechten Gebrauch der Freiheit eröffnen.
Jede Fürbitte hatte zwei Fürsprecher, aus jeder Gemeinde eine Person. Wir beteten um einen kontinuierlichen Fortschritt der Ökumene und um das Ernstnehmen der Seelsorge durch ein gemeinsames Abendmahl besonders für konfessionsverbindende Familien. Wir baten Gott, dass die Jugend trotz Ablenkungen durch das World-wide-web Gottes Nähe und Liebe spürt und dass unser gutes und bereicherndes Miteinander in Eibach weiter wachsen möge.
Wunderbar eingerahmt wurden Gebete und Predigt von den jungen und frischen Kirchenliedern des Chores SANCTISSIMO.
Die anschließende Gemeindebegegnung bot Gelegenheit zu Gespräch und Austausch.
Gerne wurde dem leckeren Buffet zugesprochen und an den einzelnen Tischen wurden lebhaft Erfahrungen und Anregungen aus beiden Gemeinden und zur Ökumene allgemein zur Sprache gebracht.
Hier für alle nochmal das Segensgebet, das uns Pater Adam und Pfarrerin Bergdolt am Ende des Gottesdienstes zugesprochen haben:
Gott mache uns frei, damit wir Gutes denken können. Gotte mache uns frei, damit wir uns in den Nächsten einfühlen können. Gotte mache uns frei, damit wir ehrlich mit unserem Gegenüber sprechen können. Gott mache uns frei, damit wir unsere Fäuste zu helfenden Händen öffnen können. Gott mache uns frei! Amen

Ausgebrochene Sträflinge lassen sich von einer christlichen Erwachsenen-Taufzeremonie in einem Fluss so beeindrucken, dass sie sich in die Fluten stürzen und dann lauthals verkünden, dass sie jetzt neu anfangen können, weil sie rein von Sünden sind. Sie zählen die Verbrechen auf, die sie begangen haben und von denen sie durch die Taufe rein gewaschen wurden.
Dieser Anfang des Bibel-Abends am Mittwoch, 16.2.2011, machte ganz drastisch deutlich, worum es an diesem Abend ging, nämlich "die Wende sichtbar machen".
Wir lasen den Bibel-Text und stellten uns in mehreren Gruppen die folgenden Fragen: Welchen Einfluss hat mein Glauben auf meine Lebensgestaltung? Welchen Einfluss hat er auf meinen Umgang mit mir selbst und den anderen?
Gott gibt meinem Leben Struktur, Halt und Perspektive. Mein Glaube bildet meinen Charakter, ist Maßstab für mein Handeln.
In verschiedenen Gruppen gehen wir auf die Leitsätze für unser Leben und Handeln ein, schreiben sie auf und stellen sie dem großen Kreis von knapp 40 Bibel-Abend-Teilnehmern vor.
Wie sollen wir leben und handeln? Was sagt uns der Epheser-Brief dazu?
Fast erschrocken stellen wir fest, dass dort sehr hohe Ansprüche an uns gestellt werden. Wir fühlen uns überfordert. "Das können wir gar nicht schaffen! So perfekt ist niemand!"
Aber es ist wie in der Kinder-Erziehung. Neben einer maßvollen Ermahnung sind vor allem Motivation und Zuspruch entscheidend. …. und Lob, wenn wir auf dem Weg kleine Schritte geschafft haben.
Denn wir sind Gottes geliebte Kinder - von Anfang an. Und diese Zusage ist ein fester Boden unter unseren Füßen. 
Mittwoch, 9.2.2011
Wo und in welcher Zeit befinden wir uns?
Ephesus an der heutigen türkischen Mittelmeerküste ist im ersten Jahrhundert n. Chr. ein bedeutender Ort. Wer hat noch nicht vom Artemis-Tempel in Ephesus, einem der 7 antiken Weltwunder gehört?
Jesus kommt nicht zurück - Paulus ist tot - die junge christliche Gemeinde muss sich inmitten von vielen konkurrierenden religiösen Angeboten behaupten. Der Vergleich mit einem schwankenden und irritierten Gemeindeschiff ist berechtigt.
Ein Schiff und einen Leuchtturm hat Gemeindereferentin Irene Keil deshalb in die Mitte unserer großen Gruppe von 33 ökumenisch Bibel-Interessierten platziert.
Wir hören den Text "Die Einheit durch den Geist" (Epheser 4, 1 -16). Wir hören ihn ein zweites Mal und rufen einzelne Worte wie ein Echo in die Gruppe. Dann versuchen wir, markante Sätze oder Satzteile zu finden, die die irritierten Epheser trösten konnten.
Die Einheit der jungen christlichen Gemeinde zu stärken und ihre Gemeindemitglieder sozusagen "bei der Stange zu halten", steht beim Verfasser des Epheser-Briefes im Vordergrund.
Statt den Brief-Text weiter in Einzelteile zu zerlegen, spannt Irene Keil einen Bogen zur Gemeinde heute und zum Ökumene-Schiff in Eibach. Sie stellt uns drei Frag
- Was hält uns zusammen?
- Was bringt uns ins Schwanken?
- Was gibt uns Orientierung?
In kleinen Gruppen diskutieren wir, schreiben unsere Erkenntnisse auf, tragen sie vor und legen unsere Zettel in die Mitte:
- als runde braune Scheibe ins Schiff (Was hält uns zusammen?)
- als blaue Welle auf das dunkelblaue Meer (Was bringt uns ins Schwanken?)
- oder als Lichtstrahl rund um den Leuchtturm (Was gibt uns Orientierung?)
Hier eine Auswahl der Antworten:
Zusammen halten uns der gemeinsame Glaube, gelebte Gemeinschaft (z.B. ökum. Bibel-Abende, Freizeiten), ökum. Kirchentag, der gemeinsame Auftrag Jesu, das wache Interesse aneinander, die Kirchenmusik, ein gemeinsames Engagement für andere.
Ins Schwanken bringen uns die fehlende Mahlgemeinschaft, Äußerungen der Amtskirche, die Missbrauchsfälle, die Not in der Welt, das unterschiedliche Amtsverständnis, unsere Ungeduld, die Sünde allgemein.
Orientierung geben uns Vorbilder (aus Bibel oder z.B. kirchliche Mitarbeiter), die Bibel, die Gebote, Erleben von Gemeinschaft, Gottesdienste, Jesu Wort, dass wir alle EINS sein sollen.
Mit dem nachfolgenden gesungenen Glaubensbekenntnis haben wir einen Bibel-Abend abgeschlossen, der uns allen gut getan hat:
Ich glaube, Herr, dass du es bist, durch den wir sind und leben.
Ich glaube auch, dass Jesus Christ für uns sich hingegeben.
Ich glaube an den Heilgen Geist, der uns im Guten unterweist und uns zum Heile führet. 
Mittwoch, 2.2.2011 Der große Kreis von 32 ökumenisch Bibel-Interessierten konnte gleich an der Gestaltung der Mitte erkennen, worum es an diesem Abend ging. Kerze, große Wasserschale, Weihwasser-Kännchen und eine kleine Holzschatulle mit Chrisam-Öl angeordnet auf einen schwarzen und weißen Tuch wiesen auf die Taufe hin.
In den Anfängen des Christentums wurde erst im Erwachsenenalter getauft. Die Menschen konnten also schon gesündigt und Verfehlungen begangen haben. Und Sie waren nach ihren Vorstellung von Mächten der unsichtbaren Welt bedroht. In der Taufe schenkt Gott uns ein neues Leben in seiner Gnade.
In verschiedenen Gruppen fanden wir heraus, was uns die Taufe heute bedeutet, an welche Tauf-Erlebnisse wir uns erinnern . Viele von uns denken noch an die Taufe eines Erwachsenen in unserer Gemeinde und an die Schritte dort hin, die wir als Gemeinde in den Gottesdiensten begleiten durften. Die intensive Taufvorbereitung zur Bewusstmachung der Bedeutung der Taufe fanden wir sehr positiv. Das Alter der Tauferneuerung in Firmung und Konfirmation, also die bewusste Entscheidung für die Zugehörigkeit zu Gott und seiner Gemeinde wurde diskutiert. Jemand erzählte, dass er sich in späteren Jahren einen Stein aus seiner Taufkirche mit nach Hause genommen und in seine Gebetsecke gelegt habe. Auch die Möglichkeit zur Tauferneuerung in der Osternacht kam zur Sprache.
Am meisten hat uns jedoch beeindruckt, als eine Frau in unserem Kreis erzählte, dass sie erst von wenigen Jahren als Erwachsene getauft wurde. Sie war in ihrer Ausbildung als Erzieherin mit verschiedenen Ausprägungen des Glaubens in Berührung gekommen. Erst nachdem sie nach Eibach gezogen war und ihre Beziehung in die Krise kam, entschied sie sich, mit ihrem Partner den von der Johannes-Gemeinde angebotenen Alpha-Glaubenskurs zu besuchen. In dieser ganz gemischten Gruppe machte sie tiefgehende Erfahrungen, so dass in ihr der Wunsch entstand, zu Christus und der Johannes-Gemeinde zu gehören. Seit ihrer Taufe als Abschluss des Alpha-Kurses hat sich ihr Leben positiv verändert. Die Beziehung ist wieder in Ordnung und der Glaube ist ihr zu einer Stütze im Leben geworden - die wahre Bestätigung des Liedes, das wir zu Anfang des Bibel-Abends gesungen haben:
"Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben".
Am Ende des Abends durften wir noch die Intensität unseres Glaubenslebens in einem Diagramm aufmalen. Bei Betrachtung der einzelnen Seiten wurde deutlich, dass der Glaube bei allen Menschen in den verschiedenen Lebensphasen nicht gleich stark war, sondern Hochs und Tiefs auf jedem Blatt zu sehen waren. Wie tröstlich für den Einzelnen!
Was wir sind, ist Gottes Werk. Durch Christus sind wir in der Lage zu tun, was gut und richtig ist. Gott hat alles vorbereitet. An uns ist es nun, nicht passiv zu sein sondern aktiv am Heilsplan Gottes mitzuwirken.
Als Hausaufgabe für den nächsten Bibel-Abend bat Diakon Dinter jede und jeden zu überlegen, was Gott für sie / für ihn in der kommenden Woche vorbereitet hat. 
Die 40 bestellten Textheftchen reichten gerade aus: ebensoviele Bibelfreundinnen und Freunde konnte Pfarrerin Hildegard Bergdolt zum 1. ökumenischen Bibelabend am Mittwoch, 26.1.2011, im Gemeindesaal der Johanneskirche begrüßen.
Als Lektüre für die Ökumenische Bibelwoche 2011 wurde von der Vorbereitungskommission der Epheserbrief vorgeschlagen. Pfarrerin Bergdolt skizzierte zu Beginn kurz die Bedingungen, die um das Jahr 90 n. Chr. zu seiner Abfassung führten: Ein missionarisches und pastorales Vakuum nach dem Tod des Paulus, sinkende Naherwartung, Lauheit im Glauben und im Gemeindeleben. Der Verfasser bedient sich des Stils, der Gedankenwelt und damit der Autorität des Paulus, um die Gemeinde wieder zu beleben und sie zur Einheit zu führen.
Zu den Stichworten des ersten Textes durften sich die Teilnehmenden gruppieren: Vergebung der Sünden, Christen als "Erben", erlöst werden, vorbestimmt sein, erwählt sein, gesegnet sein, mit dem hl. Geist versiegelt sein. Dann wurde der Text Eph 1,1-14 mehrmals vorgelesen.
In zwei Gruppen arbeiteten die Teilnehmenden heraus, was der Verfasser des Epheserbriefs unter dem "Plan Gottes" bzw. der "Bestimmung des Menschen" verstanden hat: so wird z.B. die Beziehung des Menschen zu Gott gewürdigt mit den Begriffen "Gottes Eigentum", "Söhne und Töchter" und "Erben". Bedenken wurden laut angesichts der Formulierung, dass die von Gott Erwählten "ein geheiligtes und untadeliges Leben führen" sollen - angesichts so hoher Erwartungen fühlten sich manche überfordert. Ermutigend hingegen fanden die Teilnehmenden, dass Gott dem Menschen mit dem Heiligen Geist schon eine gewichtige "Anzahlung" vom in Aussicht gestellten Erbe gemacht hat und ihn so gerüstet hat zu einem Leben aus dem Glauben.
Mit einem Lied und der Einladung zum zweitem Bibelabend am 2. Februar in St. Walburga ging der erste Abend zu Ende.
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