Südafrika liegt im AltmühltalDas Gastgeberland der Fußball- WM 2010 stand ein Wochenende lang im Mittelpunkt des Interesses: 20 Familien aus der Pfarrei St. Walburga und dem "Dunstkreis" vertieften sich vom 2. bis 4. Juli im Diözesanjugendhaus Pfünz in die Geschichte und Gegenwart, in die Religion und Kultur des "Regenbogenlandes".
Gleich die erste "große Runde" am Freitagabend begann mit einem bewegten afrikanischen Lied: "Simama kaa". Nach etlichen Durchgängen floss der Schweiß, denn jedes Wort bedeutete eine Bewegung ( "simama" = stehen, "kaa" = sitzen, "ruka" = hüpfen, "tembea"= gehen, "kimbia" = laufen) - und fünf Worte Afrikanisch konnten wir obendrein. - Dann durften die 20 teilnehmenden Familien "Flagge zeigen" bzw. eine Familienflagge malen und sich damit vorstellen.
Einen ersten Höhepunkt bildete das Südafrika-Quiz, für das Laura Schalay 60 Fragen (je zur Hälfte für Kinder und Erwachsene) ausgewählt und als pfiffige Power-Point-Präsentation gestaltet hatte. Für jede richtige Antwort gab es ein schwarzes, rotes oder goldenes Gummibärchen! Einige Unentwegte hatten sich parallel dazu zum Viertelfinalspiel Ghana - Spanien in den Schlosskeller zurückgezogen.
Beim Abendgebet unter freiem Himmel lud Gemeindereferentin Irene Keil dazu ein, die ganze Welt ins Gebet zu nehmen: für jeden Kontinent wurde ein Kerzchen in den großen Kreis gestellt und der dort wohnenden Menschen gedacht.
Der Samstag begann mit Frühsport und einem Morgengebet aus Afrika: "Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel in den Himmel". Der Vormittag war als "Infoblock" konzipiert: nach Art eines afrikanischen Marktes konnten die Erwachsenen und Jugendlichen verschiedene "Stände" besuchen. So informierte Angela Görner z.B. über die bedrängte Situation der Frauen in Südafrika. Annkathrin Slavik und Elisabeth Stein entfachten Begeisterungsstürme in ihrem Workshop mit afrikanischen Rhythmen. Isabell Biehler gab einen Überblick über die weit zurückreichende Geschichte des Landes bis hin zu den jüngsten Entwicklungen. Angelika Herrmann und Rita Rauschhuber präsentierten Wissenswertes zur Ernährungssituation und boten Bananenplätzchen zur Verkostung an. Irene Keil stellte einen Vorschlag zur Überwindung des Priestermangels vor, der am LUMKO-Institut (Pastoralinstitut der Bischofskonferenz des südlichen Afrika) entstanden ist. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren der Comboni-Missionar P. Josef König und sein ehemaliger Schüler, der Franziskaner P. Pedro Zitha, die aus erster Hand über die Situation der Christen in Südafrika und das Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Konfessionen berichteten. In einer Extra-Runde stellte sich P. Pedro den Fragen der anwesenden Jugendlichen.
In fünf Altersgruppen erfuhren auch die Kinder Wissenswertes über Land und Leute: Wie groß ist Südafrika im Vergleich zu Deutschland, wie leben die Menschen dort? Wie sehen ihre Häuser aus? Wie viele Kinder leben in einer "normalen" Familie? Welche Spiele und welche Sportarten bevorzugen sie? Welche Lieder singen sie? Aber auch: Welche Probleme haben sie? Sind "schwarze" und "weiße" Kinder wirklich gleichberechtigt?- Kurzfilme, Dias, Geschichten, Rätsel, Instrumente, Landkarten, Spiele und Bilder setzten die Betreuer/innen ein, um den Kindern und Jugendlichen zwischen 2 und 13 Jahren einen Einblick zu ermöglichen.
Das Viertelfinalspiel Deutschland : Argentinien machte eine Programmänderung nötig: alle Kreativangebote mit Ausnahme eines Notprogramms für die ganz Kleinen wurden auf den frühen Abend verschoben, um allen Interessierten das Zuschauen zu ermöglichen. (Aber auch hier gb es Individualisten, die auf Fußball verzichteten und dafür den ganzen Nachmittag lang kunstvolle Papierflieger falteten, über zwei Stockwerke hinunterschweben ließen und dann mit dem Aufzug wieder nach oben holten...) Jedenfalls ließ das fantastische 4 : 0 nicht nur die Herzen eingefleishcter Fußballfans höher schlagen; die Hochstimmung breitete sich auf alle Teilnehmer/innen aus und verlieh dem Wochenende einen ganz besonderen Glanz.
Die Kreativangebote unter freiem Himmel bildeten ein Gegengewicht zum "Infoblock": Große und Kleine konnten je nach Lust und Laune Ndebele-Musterbänder malen als Wandschmuck für den Eibacher Eine-Welt-Laden, Spielzeug aus Recycling-Material basteln, ein Owaree-Spielbrett gestalten (und natürlich das Spiel lernen!), sich als Pflastermaler betätigen oder Fuß- und Dosenrasseln bauen. So entfaltete sich im Innenhof des Dözesanjugendhauses ein buntes Treiben; sogar zwei kleine Straßenmusikantinnen wagten einen spontanen Auftritt mit ihren Flöten!
Zur "blauen Stunde" trafen sich dann die Erwachsenen im Hof und ließen den Tag mit Singen und Musizieren ausklingen, während die Kinder und Jugendlichen den Abend auf dem Fußballplatz verbrachten.
Am Sonntag kam Diakon Peter Dinter aus Eibach angereist, um mit den 93 Teilnehmer/innen einen Wortgottesdienst zu feiern. Dabei erklangen die vorher geübten afrikanischen Lieder und kamen die selbst gebauten oder mitgebrachten Instrumente zum Einsatz. Diakon Dinter zog in seiner Predigt Parallelen zwischen dem Fußball und dem "Spiel des Lebens" und ermunterte die Zuhörer/innen, das Spiel immer von der "Mitte" aus zu beginnen und sich am Spielführer Jesus zu orientieren. Bei der Kollekte zugunsten der Missionsärztin Schwester Ellen, die in der südafrikanischen Provinz Kwa-Zulu-Natal mit Aidswaisen arbeitet, wurden 152 € gespendet.
Die Reflexionsrunde brachte dem Vorbereitungsteam, den Kinderbetreuer/innen und den Firmpraktikant/inn/en viel Lob für ihre Programmideen ein: "Super Stimmung!" - " 4: 0 für Pfünz!" - "Tolle Anlage" - "Leider konnte ich nicht an allen Programmpunkten teilnehmen..." - "Wie eine Oase!" - "Sehr interessant!" - "Hat viel Spaß gemacht!" - "Tolle Architektur, habe mich sehr wohl gefühlt" - "'We love to entertain you' (= das hatten die Kinderbetreuerinnen auf ihre Flagge geschrieben) war spürbar!" - "Die Betreuung der Klitzekleinen war ganz toll; großes Lob!" - "Sehr gute Abstimmung!" - "Toll, euer Engagement!" - "Die Musik war super!" - "Was soll man anderes sagen als 'asante sana' (Danke sehr)?" - "Die Vormittags-Workshops waren zu kurz, aber leider hat das Wochenende nicht mehr Stunden..." - "Toll: echte Südafrikaner einzuladen!" - "Sehr gute Auswahl, für jeden etwas dabei!" - "Gut durchdacht, liebevoll vorgetragen" - "Carpe diem - mehr war nicht möglich. Danke - war top!"
"Top" waren vor allem die vielen Erwachsenen und Jugendlichen, die ihre Zeit, Ideen und Talente in dieses Wochenende eingebracht haben - so konnte das Südafrika-Wochenende ein echter "Volltreffer" werden!
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